Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit. PDF Drucken E-Mail
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»Alkoholmissbrauch« bezeichnet, unabhängig von der getrunkenen Menge, jeden Alkoholkonsum. der zu psychischen, sozialen oder körperlichen Schäden führt. Als mögliche Schäden sind neben den bereits erwähnten Folgen für die Gesundheit u. a. Alkoholunfälle im Verkehr oder am Arbeitsplatz, finanzielle sowie Probleme in Partnerschaft und Familie zu nennen. Alkohol trägt vielfach zum Ausbruch von Aggression und Gewalt gegen andere und gegen Sachen bei. Mehr als ein Viertel aller einer Gewalttat Verdächtigen steht nach polizeilichen Erkenntnissen unter Alkoholeinfluss.

»Alkoholabhänqiqkeit« dagegen ist eine Krankheit, bei der sich das Leben zunehmend auf die Droge Alkohol fixiert. Alkohol zu trinken und seine Wirkungen zu erleben ist so wichtig geworden, dass andere Interessen und persönliche Möglichkeiten vernachlässigt werden. Die Tage werden so geplant, dass Alkohol getrunken werden kann. Ein ganz zentraler Hinweis auf eine Abhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger zu trinken bzw. abstinent zu bleiben. Haben Alkoholabhängige einmal damit begonnen zu trinken, fällt es ihnen sehr schwer, noch maßvoll zu bleiben.

Ein sehr kurzer, international anerkannter Fragebogen zur Erfassung von Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit ist der sogenannte CAGE-Fragebogen, der aus vier Fragen besteht.

Zwei oder mehr Ja-Antworten zeigen an, dass ein Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit vorliegt. In diesem Fall sollten Sie ärztlichen Rat suchen oder sich an eine Fachberatungsstelle wenden.

Cut Down Drinking (Konsumeinschränkung)

Haben sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken?

 

Annoyance (Ärger)

Haben Sie sich schon einmal darüber geärgert, dass Sie von anderen wegen Ihres Alkoholkonsums kritisiert wurden?

Guilty (Schuld)

Haben Sie sich jemals wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt?

 

Eye Opener (»Augen-Öffner«)

Haben Sie jemals morgens als Erstes Alkohol getrunken, um sich nervlich zu stabilisieren oder einen kater loszuwerden?

 

Der CAGE-Fragebogen unterscheidet nicht zwischen Abhängigkeit und Missbrauch und tatsächlich ist die Grenzziehung zwischen beiden nicht einfach. Hinweise auf eine Abhängigkeit geben die folgenden sechs Fragen:

Spürten Sie (häufig) einen starken Drang , eine Art unbezwingbares Verlangen, Alkohol zu trinken?

Kam es vor, dass Sie nicht mehr aufhören konnten zu trinken, wenn Sie einmal begonnen hatten?

Haben Sie manchmal morgens getrunken, um Übelkeit  oder Zittern(Z.B. Ihre Hände) zu lindern?

Brauchten sie zunehmend mehr Alkohol, bevor Sie eine bestimmte ( die gewünschte ) Wirkung erzielten?

Änderten Sie Tagespläne, um Alkohol trinken zu können, bzw. richteten Sie den Tag so ein, dass Sie regelmäßig Alkohol konsumieren konnten?

Haben Sie getrunken, obwohl Sie spürten, das der Alkoholkonsum zu schädlichen körperlichen psychischen oder sozialen Folgen führt?

Werden zwei oder mehr dieser Fragen mit Ja beantwortet, ist es wahrscheinlich, dass sich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt hat. Für eine endgültige Klärung dieser Frage, vor allem aber, um sich über mögliche Hilfen informieren zu lassen, ist fachkundige Beratung dringend empfohlen.

Unabhängig davon, ob eine Abhängigkeit vorliegt oder nicht, weist ein Überschreiten der risikoarmen Trinkmenge von 12 bzw. 24 Gramm Alkohol täglich und die Beantwortung der einen oder anderen Frage mit Ja auf ein bestehendes Alkoholproblem hin: Die durchschnittlich getrunkene Alkoholmenge stellt ein gesundheitliches Risiko dar. Darüber hinaus ist es möglicherweise bereits zu einer Einschränkung der persönlichen Unabhängigkeit gegenüber Alkohol und ersten negativen Folgen gekommen.

Oftmals dauert es trotz offenkundiger Nachteile lange, bis sich Menschen mit Alkoholproblemen zu einer tief greifenden Änderung ihres Trinkverhaltens entschließen können.

Auf Tage, an denen - vielleicht ausgelöst durch einen »Kater« - Schuld- und Schamgefühle die Änderung dringend erscheinen lassen, können solche folgen, an denen es gelingt, so weit Maß zu halten, dass Alkohol das Leben nicht besonders zu behindern scheint. Die durch Alkohol erlebte Entspannung oder die Freude an der geselligen Runde scheint dann die schlechten Gefühle am »Morgen danach« aufzuwiegen.

Möglich auch, dass angesichts außergewöhnlicher Belastungen, z. B. Arbeitslosigkeit oder Trennung, das Alkoholproblem vorübergehend in den Hintergrund tritt, bis erneut deutlich wird, dass Alkohol die bestehenden Probleme mit verursacht hat und Chancen zur Verbesserung der eigenen Lebenssituation nur wahrgenommen werden können, wenn es gelingt, dauerhaft weniger Alkohol zu trinken bzw. alkoholfrei zu leben.

 

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Empfohlene Links

Jede Beratungsstelle informiert Sie gerne über Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe. Oder Sie wenden sich direkt an eine der folgenden Adressen.
Anonyme Alkoholiker (AA) Interessengemeinschaft e. V
Lotte-Branz-Str. 14 80939 München Tel.: 0 89/3 16 95 00 bundesweit unter (Vorwahl) + 19295
AI-Anon Familiengruppen
(speziell für Angehörige) Ernilienstr.a 45128 Essen Tel.: 02 01/77 30 07
Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche.
Bundesverband e. V. Julius-Vogel-Straße 44 44149 Dortmund Tel.: 0231/5864132 Fax: 0231/5864133
Blaues Kreuz in Deutschland e. V.
Freiligrathstr. 27 42289 Wuppertal Tel.: 02 02/62 00 30
Caritasverband Bielefeld e. V.
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Der Kreuzbund DV Paderborn e.V
Geschäftsstelle Gleiwitzsstraße 285 44328 Dortmund
Guttempler in Deutschland.
Adenauerallee 45 20097 Hamburg Tel.:040/24 58 80 info@guttempler.de
Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Bundesverband e. V.
Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Bundesverband e. V.
Kreuzbunde e.V.
Münsterstr.25 59065 Hamm Tel.01805-5410450